F&oouml;rderprogramm Ludwigsau vernetzt

Komm in die Mitte

 

EKM

 

Familienkarte Hessen

 

 

Teilen auf Facebook   Link verschicken   Drucken
 

Sicher im Ehrenamt mit Malte Jörg Uffeln

„BUS-Ludwigsau – Bürger unterstützen sich e.V. “

– Registrierung erfolgt, Vorstand nimmt Arbeit auf

 

Nachdem das Amtsgericht Bad Hersfeld den Verein BUS-Ludwigsau – Bürger unterstützen sich als Verein eingetragen hat, hat der 8-köpfige Vorstand unter seinem Vorsitzenden, Pfarrer Jörg Scheer, die weitere Vorbereitungsarbeit aufgenommen. Hierzu haben sich die Vorstandsmitglieder im Verbund mit Interessierten aus den Gemeinden Alheim und Neuenstein, die bereits einen Generationenhilfeverein gegründet haben bzw. sich in der Aufbauarbeit befinden, mit dem renommierten Rechtsanwalt Malte Jörg Uffeln, als einem ausgewiesenen Kenner des Vereinsrechts sowie der Generationenhilfe, getroffen.

 

 

In seiner Einführung gab er Informationen zu den Bereichen Versicherungsschutz, Datenschutz, Urheberrecht und ging darüber hinaus auf aktuelle Rechtsfragen ein.

 

Die Generationenhilfen wählen häufig als rechtlichen Rahmen den Verein, der durch seine Arbeit das Miteinander in der Gesellschaft und Gemeinschaft festige. Es geht nunmehr darum darzustellen, dass Nachbarschafts- und Generationenhilfe nicht an rechtlichen Hürden scheitere und somit die Problemfragen im Vorfeld der Weiterentwicklung von Nachbarschaftsnetzwerken auf den rechtlichen Prüfstand zu setzen. In einer Gesellschaft der Individuen ist kommunale Intelligenz zu vernetzen, so Rechtsanwalt Uffeln, denn „Kommunalpolitik will gestalten und nicht verwalten“.

 

Sehr häufig gibt es sogenannte „Haftungsängste“ bei freiwilligen Helfern, die es ernst zu nehmen gelte, aber auch nicht als Hindernis auf dem Weg zu einer Gemeinsamkeit stilisiert werden dürfen. Bei alledem stellt sich grundsätzlich die Frage, wie würde man sich im eigenen Leben verhalten, wenn im Vertrauen auf eigene Kräfte, das eigene Können, unter Selbstbetrachtung der Lebensgestaltung, Hilfe gewährt wird. Genau so liegt es beim Engagement im Rahmen eines Vereins. In diesem Zusammenhang wurden auch Fragen des gesetzlichen wie privaten Unfallschutzes erörtert. Gibt es doch gerade hier für diejenigen, welche Hilfe über einen Verein leisten wollen, einen kostenfreien und kostenintensiven Versicherungsschutz. Rechtsanwalt Uffeln gab anhand praktischer Beispiele Hilfen zur Einordnung und wies auf den im Internet verfügbaren „Versicherungsfinder“ von Frau Dr. Stiehr hin.

Fundstelle:

http://www.gemeinsam-aktiv.de/dynasite.cfm?dssid=137&dsmid=19265&dsoaid=0&site=infosite

 

So können Generationenhilfen bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege eingeordnet werden.

 

In seinem Vortrag stellte Rechtsanwalt Uffeln sehr anschaulich den Rechtsbegriff der Fahrlässigkeit, wenn einfachste Überlegungen vom Schädiger im Vorfeld seiner Handlungen oder Unterlassungen nicht angestellt würden, dar. In diesem Zusammenhang empfahl er auch einen Blick in die allgemeinen Haftpflichtbedingungen, inwieweit hier Vereinszweck und Vereinsziele miterfasst werden. Im freiwilligen Ehrenamt und dieses gilt für alle entsprechenden Vereine, gibt es keine gesetzliche Haftpflichtversicherung. Dieses sei eine Aufgabe für die Zukunft, wenn staatliche Organe aktive Bürger fordern und am Ende auch fördern wollen.

 

Die bestehende Ehrenamtsversicherung des Landes Hessen ist als Subsidiärversicherung ausschließlich ein Auffangbecken für Einzelpersonen und gilt nicht für Vereine und deren Tätigkeit. Insoweit sollte ein jeder Engagierte selbst seine Haftpflichtversicherung über sein Engagement in Kenntnis setzen und den gewährten Versicherungsschutz im Zweifel konkret erfragen.

 

Ausführlich ging er auch auf Möglichkeiten des Versicherungsschutzes bei Einsatzfahrten mit dem privaten PKW ein. Hier ging er auch auf sogenannte Dienstreise-, Kasko- und Rabattverlust-Versicherungen ein, deren Abschluss wegen sehr hoher finanzieller Belastungen und eines teilweise nur schwer kalkulierbaren Versicherheitsrisikos mit der Gefahr des Missbrauchs, sowohl für die Versicherungswirtschaft, als auch für Vereine sehr schwer zu greifen ist.

 

Ausführlich ging er auch auf Fragen des Datenschutzes ein, nur wenn eine Datenerhebung erlaubt ist, gibt es auch die Möglichkeit für eine Nutzung im Verein. Hier steht die private Zustimmung immer vor der gesetzlichen Öffnung, darüber hinaus sollten nur unbedingt notwendige Daten im Zusammenhang mit der Vereinszweckaufgabe genutzt werden. Er empfahl insgesamt einen vorsichtigen Umgang mit dieser gerade aktuell sensiblen Materie. Einen genauso sorgfältigen Umgang empfahl er mit urheberrechtlich geschützten Daten, hierbei sei insbesondere das Spannungsfeld zwischen Urheberrecht und Persönlichkeitsrechten zu achten. Eine gewisse Entkrampfung tritt hier durch die Nutzungsbedingungen von Social-Media-Formaten auf, jedoch solle ein Verein extrem vorsichtig beim Agieren in diesen Netzwerken auftreten. Die Gefahr einer Persönlichkeitsverletzung ist sehr hoch und jegliche konkrete Veröffentlichungen bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung des Betroffenen.

 

Die Veranstaltung wurde von Herrn Wachsmuth, Koordinierungsstelle Generationenhilfen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, begleitet.