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Erstes Interessententreffen

Nachbarschafts- und Generationenhilfe in Ludwigsau
 

Anlässlich eines 1. Interessententreffens, auf dem Weg zur Einrichtung einer Nachbarschafts- und Generationenhilfe in Ludwigsau, waren 25 Bürgerinnen und Bürger der Einladung von Bürgermeister Thomas Baumann, mit Unterstützung der Koordinierungsstelle Generationenhilfe im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, vertreten durch Herrn Stephan Wachsmuth von der Kreisverwaltung, gefolgt.

 

In seinen Begrüßungsworten wies Bürgermeister Thomas Baumann darauf hin, dass es vor 30 bis 40 Jahren eines solchen Termins zur Initiierung einer Nachbarschafts- und Generationenhilfe sicher nicht bedurft hätte. Die Gesellschaft und damit auch die Entwicklung in der Gemeinde Ludwigsau haben sich jedoch verändert.

 

„Wir werden Weniger werden“, so Baumann. Schon im Jahre 2030 – also in 17 Jahren – wird die prognostizierte Einwohnerzahl in Ludwigsau um bis zu 1.000 Menschen geringer sein als heute. Für Friedlos als Kernortsteil bedeutet dies eine Verringerung der Einwohnerzahl um 17 %, für den Gemeindeteil Hainrode z. B. um 29 %. Dies wurde im Rahmen einer qualifizierten Studie ausgewiesen.

 

„Die Vergangenheit können wir nicht mehr verändern, aber die Zukunft muss wohl gestaltet sein“, formulierte er. Um diese Form der Gestaltung sollte es an diesem Abend gehen.

 

1. Treffen_1

 

Bürgermeister der Gemeinde Neuenstein, Walter Glänzer, und Pfarrer Michael Zehender aus Neuenstein gaben hierzu einen tiefen Einblick in ihren Verein "MuM e. V. – Menschen unterstützen Menschen", der seit einigen Jahren in Neuenstein beispielhaft funktioniert.

 

1. Treffen_2

 

Pfarrer Zehender stellte dabei deutlich heraus, dass es nicht nur um Senioren geht, sondern dass die Hilfe von Allen für Alle angeboten und nachgefragt wird. Gerade der Austausch zwischen den Generationen festigt die Hilfsstruktur und macht die Unterstützungsbereitschaft vielfältig und abwechslungsreich. Er sieht in einer solchen Nachbarschafts- und Generationenhilfe eine große Herausforderung und gab den Rat, der Aufgabenstellung gelassen und kreativ zu begegnen. Er konnte ein breites Unterstützungsangebot in der Gemeinde Neuenstein präsentieren. Es gibt eine große Anzahl von Hilfsangeboten, die Nachfrage sei jedoch noch eher sperrlich.

 

"Wichtig ist aber", so Zehender in seinem Vortrag, "dass das bürgerschaftliche Hilfsangebot existiere und die Menschen in der Gemeinde darauf zurückgreifen können. Diese muss sich nachhaltig entwickeln und einen festen Platz in der Gemeinde erhalten. Es ist wichtig über ein solches Projekt schon heute an die Zukunft zu denken und diese zu gestalten."

 

1. Treffen_3

 

Bürgermeister Walter Glänzer, der im Rahmen der kommunalen Tätigkeiten die Aufgaben des Vereins begleitet, schilderte beeindruckende Einzelfälle aus den Hilfspatenschaften, in die auch Jugendliche eingebunden sind. Dieses ist eine praktische Generationenhilfe jenseits theoretischer Hochglanzbroschüren. Dabei soll jeder Einzelne nicht zu hohe Erwartungen an sich und sein Hilfsangebot stellen, denn es gibt kein Scheitern, sondern immer wieder einen neuen Anfang.

 

In seinen weiteren Ausführungen stellte Bürgermeister Thomas Baumann dar, dass ein solches Unterstützungsangebot eine qualifizierte Struktur benötigt, um das bürgerschaftliche Engagement zu ermöglichen und auch zu tragen. Ein besonderes Potential sieht er hierbei bei Vereins- und Verbandsvertretern sowie den Kirchen, die er zu einem weiteren Multiplikatorentreffen am 21.03.2013 einladen will, um hier zu informieren und weitere Unterstützer zu gewinnen.

 

Erste Rückläufe der Angebots- und Nachfragezettel, welche über den Ludwigsau-Kurier publiziert wurden, zeigen, dass die Bereitschaft zur Hilfe auch in Ludwigsau vorhanden ist und dass Kreativität in Form von Kinobegleitung, Koordination von Hilfsangeboten und der Wunsch nach Ausbildung als Demenzbegleitung bereits geweckt wurde. Auch Interesse an der Gestaltung einer Homepage wurde bereits signalisiert.